Schmerzen im unteren Rücken – woher kommen sie und was können wir dagegen tun?

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben wir täglich zu Fuß noch 17 bis 20 Kilometer zurückgelegt. Heute liegt die durchschnittliche Strecke bei unter 1000 Metern. Wir sitzen durchschnittlich weit über 6 Stunden – viele Berufstätige sitzen fast den ganzen Tag. Durch die zunehmende Technologisierung spielt die körperliche Leistungsfähigkeit in unserem Alltag so gut wie keine Rolle mehr. Die Folge: Rückenschmerzen!

 

Rückenschmerzen sind das Volksleiden Nummer 1. Fast jeder von uns „hat es hin und wieder mit dem Rücken“. Aber nicht nur der Bewegungsmangel, sondern auch eine falsche Haltung am Arbeitsplatz, falsches Bücken, Heben oder Tragen im Alltag oder körperliche Überlastung z.B. bei der Gartenarbeit können zu den unangenehmen Schmerzen, besonders im unteren Rücken, führen. In den meisten Fällen sind es aber nicht die knöchernen Strukturen oder die Bandscheiben, die den Schmerz verursachen, sondern vielmehr verspannte und verklebte Muskeln und Faszien.

Viele denken, dass Sie mit einem intensiven Training der unteren Rückenmuskulatur die Rückenschmerzen in den Griff bekommen. In den meisten Fällen liegt die Ursache aber nicht in einer zu schwachen Rückenmuskulatur, sondern in unserem Hüftbeuger und unserer Gesäßmuskulatur. Der Hüftbeuger verbindet unseren Unterkörper mit der Lendenwirbelsäule und zieht uns in eine nach vorn geneigte Körperhaltung. Unsere Gesäßmuskeln sind für unseren aufrechten Gang zuständig. Durch unsere Alltagsbelastung und das viele Sitzen verkürzt und verhärtet unser Hüftbeuger und unsere Gesäßmuskeln verkümmern. Dadurch wirkt eine hohe Spannung und Zugbelastung auf den unteren Rücken. Die Rückenmuskulatur verhärtet, Nervenwurzeln werden gereizt und es kommt zu entzündlichen Prozessen im Körper. Letztendlich ist es diese Verkettung, die in den meisten Fällen zu den Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im unteren Rücken führt.

 

Die folgenden Videos zeigen euch, wie ihr durch gezielte Übungen diese Negativkette durchbrechen und der Entstehung von Rückenschmerzen vorbeugen könnt. Aber nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch zur Behandlung von bestehenden Schmerzen, können diese Übungen eingesetzt werden.


Bei starken akuten Entzündungen ist es allerdings ratsam, einen Arzt aufzusuchen und zunächst die Symptome zu behandeln, um die Schmerzen zu reduzieren und weitere Fehlhaltungen zu vermeiden. Je nach Art und Stadium der Schmerzen helfen auch Hoch¬lagerung der Beine (Stufen-lagerung), Schmerzmittel (schmerzlindernd und entzündungshemmend), Wärme (Salben, Fangopackungen oder Rotlicht) oder kurzzeitige Ruhe und Schonung.

Wir wünschen euch viel Erfolg mit den Übungen und einen bewegten und schmerzfreien Alltag!

 

Bleibt gesund!

Euer Alex Arendt